Galerie der Starken Frauen

Werkgruppe:

2018-2019Portrait-Serie, 19 bearbeitete Standbilder aus Spielfilmen, UV-Direktdruck auf ovale Alu-DiBond-Platten, je 55 x 45 cm.

Für die Ausstellung B.A.R.O.C.K. in Schloss Caputh: 13 Bilder.
Für andere Ausstellungsorte: 19 (glänzende) ovale Aluminium-Bilder auf (matter) Textil-Tapete.

In Schloss Caputh fungieren sie als weibliche Gegenpole zu den Bildnissen der 12 Römischen Imperatoren. Das Schloss wurde für eine Fürstin erbaut und später als Jagdschloss genutzt. 13 als weibliche mythische Zahl, die von patriarchalen Mythen verteufelt und durch die 12 ersetzt wurde.

Diese Serie fiktiver Portraits setzt sich mit kämpfenden und jagenden Filmheldinnen auseinander und nimmt Bezug auf die historische ‚Galerie der Starken Frauen‘ aus der Barockzeit, u.a. das mit Stichen illustrierte Buch von Pierre Le Moine und die Gemälde von Guy François. Im 16./17. Jh. fand in europäischer Literatur und Kunst ein intensiver „Geschlechterstreit“ (Querelle des Femmes) statt, in dem es um „weibliche“ Tugenden und Stärken, Rollenzuweisungen, aber auch möglichen Machtzuwachs von Frauen ging.*

Warum werden heute zunehmend Frauenfiguren zu Film- und Serien- Heldinnen, die mit der Waffe kämpfen, töten, teilweise grausam und kaltblütig morden? Wer sind ihre Schöpfer/innen, wer ihre Fans? Wer sind ihre Vorbilder, für wen sind sie Vorbild? Mich faszinieren Figuren wie Katniss aus The Hunger Games, die Merkmale von Jeanne d‘Arc und einer Revolutionärin verbindet, und Sigourney Weaver in den Alien-Filmen. Letztere ist eine sich für die Menschheit aufopfernde, mit-leidende Action-Heldin. Aber Uma Thurman als Rächerin in Kill Bill und Arya Stark in Game of Thrones sind mit solchen Rollen nicht erklärbar. Geht es um Gleichberechtigung, Durchsetzungsfähigkeit, Leistung und Selbstoptimierung? Oder sind diese Frauen – wieder einmal – von Männerfantasien erschaffene Engel und Dämoninnen? Die meisten dieser 19 Portraits schauen die Betrachtenden direkt an. Wie Bemalungen von Kriegs- und anderen Schutzschilden sollen diese Blicke den Gegner beeindrucken und Dämonen fernhalten.

* Siehe dazu: Die Galerie der Starken Frauen / La Galerie des Femmes Fortes. Die Heldin in der französischen und italienischen Kunst des 17. Jahrhunderts. Von Bettina Baumgärtel, Silvia Neysters u.a., Ausstellungskatalog Kunstmuseum Düsseldorf + Hessisches Landesmuseum Darmstadt, 1995.

Ergänzende Info:

Für die Ausstellung B.A.R.O.C.K. in Schloss Caputh: 13 Bilder. Für andere Ausstellungsorte: 19 (glänzende) ovale Aluminium-Bilder auf (matter) Textil-Tapete.

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