Ostfriesland Magazin, Heft 8/2013, zur Ausstellung 'Myriam Thyes - Beyond Glasgow' im Kunstverein Aurich

 

Ostfriesland Magazin, Heft 8/2013, zur Ausstellung 'Myriam Thyes - Beyond Glasgow' im Kunstverein Aurich.

Symbolhafte Stadtstrukturen

In seinem Ausstellungspavillon am Ellernfeld zeigt der Kunstverein Aurich vom 18. August bis zum 15. September spannungsvolle Videoarbeiten und Fotografien der mehrfach ausgezeichneten Medienkünstlerin Myriam Thyes. Lübbert R. Haneborger stellt das Projekt vor.

Bei ihren Fotos und Videoinstallationen lohnt der zweite Bück. Myriam Thyes, die als Medienkünstlerin sowohl in ihrer Studienstadt Düsseldorf als auch in Zürich, ihrer Heimatstadt, lebt und arbeitet, dringt tief in die Alltags- und Symbolstrukturen ihrer Umgebung ein. Bekannt wurde die 1963 in Luxemburg geborene Künstlerin mit Video-Installationen und Animationsfilmen zu gesellschaftlichen und kulturhistorischen Themen, in denen sie Wirkungen und Bedeutungen bildmächtiger Symbole reflektiert, aufbricht und verwandelt. Myriam Thyes wuchs in Zürich auf, besuchte nach dem Abitur das Grundjahr der Höheren Schule für Gestaltung Zürich (jetzt ZHdK) und studierte von 1986 bis 1992 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin Malerei bei Karin Götz (genannt Rissa) und Videokunst bei der Licht-, Video- und Performance-Pionierin Nan Hoover. Seit 1994 nimmt sie national und international an zahlreichen Ausstellungen und Festivals teil und erhielt für ihre Werke zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Der Kunstverein Aurich schätzt sich glücklich, ab dem 18. August, 11.30 Uhr, im Kunstpavillon am Ellernfeld unter dem Titel "Beyond Glasgow" Foto- und Videoarbeiten der Künstlerin zeigen zu dürfen, die 2008 während ihres Studienaufenthaltes in Glasgow entstanden sind. Darin verarbeitet Thyes verschiedene Eindrücke der schottischen Großstadt und deren Bewohnern zu einem sozialen Porträt, in dem deutlich wird, dass sich die ehemals blühende Industrie- und Handelsstadt mitten in einem Strukturwandel befindet und die Gesellschaftsschichten an den Rand drängt, die dem Wandel nicht folgen können. Zu sehen sind die Fotoserie "Glasgow Styles" und eine neue Videoarbeit, die an die gewölbte Decke des mittleren Raumes des historischen Auricher Pavillons projiziert werden soll. Die weitreichende Umstrukturierung von Glasgow und seiner Vorstädte steht bildlich im Kontrast zur Lebendigkeit alter schottischer Bräuche, wie etwa der Dudelsack-Musik. Tradition trifft auf Wandel - ein spannendes Thema auch in Aurich.

 

Video 'Apotheosis of Glasgow High-Rises' + Ausstellungsansichten    |    Foto-Serie GLASGOW STYLES

 

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